Wilhelm von Humboldt

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Wilhelm von Humboldt

Wilhelm von Humboldt (* 22.6.1767, in Potsdam; † 8.4.1835, in Tegel), vollständiger Name Friedrich Wilhelm Christian Carl Ferdinand von Humboldt, war ein deutscher Gelehrter und Staatsmann.

Geschichte

Einer der größten Söhne Potsdams ist Wilhelm von Humboldt. Sein Vater, Alexander Georg Freiherr von Humboldt, war Major in preußischen Diensten und einer der Kammerherren der Kronprinzessin. Dadurch lebten die Humboldts im Kabinettshaus, dem Wohnsitz des Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Und hier wurde der kleine Wilhelm am 22.06.1767 geboren. Als sich das Kronprinzenpaar zwei Jahre später scheiden ließ, verlor Vater Humboldt sein Hofamt und verließ Potsdam in Richtung Berlin. Hier kam 1769 der Bruder Wilhelms Alexander zur Welt.

Wilhelm studierte Jura, Altertumswissenschaften, Ästhetik und Philosophie. Beeinflußt von den Ideen der französischen Revolution forderte er schon frühzeitig freie Entfaltungsmöglichkeiten für Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft – also die freie Marktwirtschaft. Nach einem zweijährigem Aufenthalt in Frankreich und Spanien berief man Wilhelm 1802 zum preußischen Residenten beim Papst.

Die tief greifenden politischen Bewegungen gingen auch an Wilhelm nicht spurlos vorbei. So wurde er 1808 von Friedrich Wilhelm III. (wie man heute sagen würde) zum Bildungs- und Kultusminister ernannt und erhielt den Titel eines Geheimen Staatsrates. In dieser Funktion begann Humboldt grundlegend das bisherige Schulsystem zu reformieren. Geleitet von den Arbeiten Pestalozzis leitete er Maßnahmen für ein fortschrittliches Volksschulwesen ein und zur Schaffung eines Gymnasiums nach neuhumanistischen Ideen. Der Höhepunkt im Leben Humboldts war die Gründung der Berliner Universität, die später nach den beiden Brüdern benannt werden sollte.

Nachfolgend hatte Humboldt einige Funktionen im Staatsdienst, so als Staatsminister oder Gesandter in Wien. Wegen Unstimmigkeiten mit dem damaligen Staatskanzler Hardenberg auf dem Gebiet der Steuerpolitik und seine Einstellung gegen die reaktionären Karlsbader Beschlüsse veranlaßten Humboldt im Jahr 1817 den Dienst zu quittieren und sich auf seine Güter zurück zu ziehen. Am 08.04.1835 starb Wilhelm von Humboldt in Tegel, dem späteren Stadtbezirk von Berlin.

Weblinks

Quellen

  • „1000 Jahre Potsdam – Blätter aus der Stadtgeschichte, Teil II“ – Autorenkollektiv; Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; Potsdam 1989