Ferdinand Jühlke

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Ferdinand Jühlke um 1890

Johann Bernhard Ferdinand Jühlke (* 1. September 1815 in Barth; † 12. Juni 1893 in Potsdam) war Königlicher Hofgartendirektor, Lehrer für Gartenbau und Autor.

Geschichte

Ferdinand Jühlke wurde am 1. September 1815 in Barth (Vorpommern) als Sohn eines Tischlers geboren. Dennoch konnte er die Höhere Bürgerschule in Barth besuchen. Sein Onkel leitete die Gärtnerei eines Rittergutes und führte Jühlke schon früh an die praktische Gärtnerei heran. Ab 1830 wurde Jühlke im Botanischen Garten der Universität Greifswald zum Gärtner ausgebildet. Nebenbei nahm er Privatunterricht in Botanik, Physik, Mathematik und Vermessungstechnik. Bereits frühzeitig lehrte er als akademischer Gärtner an der Königlichen Landwirtschaftlichen Akademie in Eldena. Studienreisen in den Jahren 1844 und 1853 führten ihn durch das halbe Europa. In dieser Zeit veröffentlichte er auch zahlreiche Publikationen zum Thema Gartenbau. Jühlke war aktives Mitglied in zahlreichen Gartenbauvereinen.

1858 zog Jühlke nach Erfurt und übernahm die dortige Handelsgärtnerei C. Appelius. Zwei Jahre später wurde er zum Direktor des Erfurter Gartenbauvereins gewählt und in die Freimaurerloge Carl zu den drei Adlern aufgenommen. Ferner war er Mitglied der Erfurter Stadtverordnetenversammlung und Mitglied der Bezirkskommission für die Regulierung der Grundsteuer ernannt. Seine Handelsgärtnerei führte Jühlke so erfolgreich, daß ihm der preußische König und spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. im Jahr 1862 zum Königlichen Hofgarten-, Sämereien- und Pflanzenlieferanten ernannte nur drei Jahre später den Titel Königlich Preußischer Gartenbaudirektor verlieh. 1865 war Jühlke einer der Mitinitiatoren der ersten internationalen Gartenbauausstellung in Erfurt. Wegen einer persönlichen Auseinandersetzung bei der Organisation der Ausstellung beendete er seine Tätigkeit in Erfurt.

König Wilhelm I. holte Jühlke schließlich nach Potsdam und ernannte ihn als Nachfolger von Peter Joseph Lenné zum Königlichen Hofgartendirektor und Leiter der Königlichen Landesbaumschule und Gärtner-Lehranstalt. Neben den Gärten und Gartenanlagen der Hohenzollern, die es ja auch im Rheinland und in Hessen gab, gehörte zu seinen Pflichten auch die Leitung der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam und der Königlichen Landesbaumschule in Geltow. Zusätzlich gestaltete Jühlke auch Anlagen anderer Adliger sowie Stadtparks und städtische Plätze. So verwirklichte er in Stralsund in den 1880er Jahren die Idee eines Bürgerparks. Die ehemaligen Wallanlagen wurden architektonisch umgestaltet und durch Alleen miteinander verbunden.

Am 1. Juli 1884 wurde Jühlke pensionierte und lege seine sämtlichen Ämter nieder. Er war verheiratet und hatte drei Kinder. Ferdinand Jühlke starb am 12. Juni 1893 in Potsdam. Er wurde auf dem Neuen Friedhof beerdigt. Die Erbbegräbnisstätte der Familie Jühlke ist noch heute zu besichtigen.

Quellen

  • Angela Pfennig, Hrsg. im Auftr. der Stadt Barth, Vineta-Museum: Die Welt ein großer Garten: der königlich-preußische Hofgartendirektor Ferdinand Jühlke (1815–1893). Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung (28. Juni - 6. Oktober 2002) im Vineta-Museum Barth. Lukas-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-931836-88-6