Tobias Cohn

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Tobias Cohn (* 02.Februar 1826 in Hammerstein; † 02. November 1904 in Berlin) war ein Publizist, Historiker und Rabbiner. Als Prediger und Rabbiner der jüdischen Gemeinde von Potsdam seit 1857 hat er Wesentliches für die Liberalisierung der Juden in Potsdam und ihr Ansehen im öffentlichen Leben geleistet.

Geschichte

Tobias Cohn wurde als Sohn eines Rabbiners in Hammerstein/Westpreußen geboren. Nach seinem Schulabschluss leitete er die jüdische Grundschule in Hammerstein. Daran schloss er 1846 ein Studium in Berlin und Jena an. Seine Promotion als Dr. phil. erreichte er 1857 in Berlin.

Ab 1857 war Tobias Cohn als Prediger und Rabbiner in der jüdischen Gemeinde in Potsdam eingesetzt. Während dieser Zeit wirkte er als aktives Mitglied des Vereins für die Geschichte Potsdams. Neben seiner Gemeindearbeit verfasste er zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze und größere Werke. So publizierte er in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums“, in den Zeitschriften „Aus Alten Zeiten und Landen“ und „Im Deutschen Reich“. Zu seinen herausragenden Werken gehörten 1866 „Der Talmud“ und 1893 „Israels Gemeinschaftsleben mit den Vorchristlichen Völkern“. Besonders beeinflusst durch seinen Schwiegervater Ludwig Philippsohn (1811-1889), der in Magdeburg als Rabbiner tätig war, sorgte er sich in seiner Amtszeit in Potsdam darum, mit vielfältigen Aktivitäten einen Betrag zur Liberalisierung der Juden seiner Gemeinde zu leisten. Er selbst war durch sein Wirken und das gesellschaftliche Umfeld, dass er geschaffen hatte eine geachtete und anerkannte Persönlichkeit. Als Ehrenmitglied der „Literarischen Gesellschaft“ von Potsdam wurde er für sein Wirken mit dem Orden des Roten Adlers ausgezeichnet. Das Amt des Rabbiners legte er 1896 nieder und zog mit seiner Familie nach Berlin.

Am 2. November 1904 verstarb Tobias Cohn im Alter von 78 Jahren in Berlin. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof am Pfingstberg in Potsdam beigesetzt.

Werke (Auswahl)

  • 1866 Der Talmud
  • 1867 Predigt bei der hundertjährigen Jubelfeier der von Sr. Majestät dem Könige Friedrich II hochseligen Andenkens gegründeten Synagoge zu Potsdam am 29. December 1867
  • 1869 Eduard Lasker: Biographische Skizze, Leipzig
  • 1871 Die Humanisten-Periode: Vortrag in den v. d. Litterarischen Gesellschaft zu Potsdam veranst. öff. Versammlgn., Verlag der Gropius´schen Buchhandlung, Potsdam
  • 1873 Die Aufklärungs-Periode: Vortrag in den von der Litterarischen Gesellschaft zu Potsdam veranstalteten öffentlichen Versammlungen, Verlag der Gropius´schen Buchhandlung, Potsdam
  • 1877 Spinoza am zweiten Säculartage seines Todes, Potsdam
  • 1893 Israels Gemeinschaftsleben mit den vorchristlichen Völkern, Lesser Verlag Berlin,

Weblinks

Literatur

  • Irene A. Diekmann, Jüdisches Brandenburg, Potsdam, 2008;
  • Julia Jokal, Jüdisches Potsdam, in: Geschichte vor Ort;
  • Isidor Singer, Paul Rieger, Jüdisches Lexikon, 1906;