Otto Beuer

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Otto Beuer (* 25. 09. 1898 in Reichenberg (heute Liberec); † 29. 08. 1986 in Potsdam) war ein antifaschistischer Widerstandskämpfer und Politiker der Tschechoslowakei und der DDR.

Geschichte

Otto Beuer wurde in Reichenberg, dem heutigen Liberec(Tschechien) geboren. Er absolvierte eine Lehre als Kaufmann und die Handelsschule. Im Jahr 1917 wurde er als Soldat in den Krieg geschickt. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Beuer als selbständiger Kaufmann. Er war als Handelsvertreter unterwegs und später Verkaufsstellenleiter im Arbeiter-Konsum. Im Jahr 1929 stieg er zum Geschäftsführer des Eisenbahnerkonsums in Ceska Lipa auf. Nur zwei Jahe später wurde er Direktor des Konsumvereins "Vorwärts" im Kreis Liberec.

Seit 1912 war Beuer Mitglied der Sozialistische Arbeiter-Jugend. Im Jahr 1919 trat er der der Sozialdemokratischen Partei bei, wechselte aber bereits zwei Jahre später der neugegründeten Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPČ) bei. Er war aktiv als Mitglied der Stadt- und Bezirksleitung der KPČ tätig und wurde 1938 als Stadtverordneter gewählt.

Während des Überfalls der deutschen Faschisten auf die so genannte Rest-Tschechei evakuierte die KPČ führende Mitarbeiter ihrer Partei sowie die am meisten gefährdeten Genossen nach England. Unter ihnen befand sich auch Otto Beuer. In England wurde er geschäftsführender Leiter des Tschechoslowakisch-Britischen Freundschaftsklubs. Als Funktionär der KPČ wurde Beuer von den britischen Behörden im Juni 1941 verhaftet und blieb bis zum September 1943 ein politischer Gefangener.

Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1946, siedelte sich Beuer in der sowjetischen Besatzungszone an. Er gehörte zu den Aktivisten der ersten Stunde und baute die Konsumgenossenschaften im Land Sachsen-Anhalt mit auf. Seit dem Jahr 1949 war Beuer der Leiter des Konsumgenossenschafts-Verbandes des Landes Brandenburg. Ab 1954 war er als 2. Sekretär des Kulturbundes tätig. Im Zeitraum von 1950 bis 1955 war er auch Abgeordneter der Volkskammer der DDR.

Otto Beuer starb 29. August 1986 in Potsdam und wurde im Ehrenhain des Alten Friedhofs in der Heinrich-Mann-Allee beigesetzt.

Quellen

  • „Besonders jetzt tu deine Pflicht!“ – Kurze biografische Darstellungen über antifaschistische Widerstandskämpfer, die in der Stadt und im Kreis Potsdam lebten und wirkten; Herausgeber: Kreiskomitee Potsdam der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, 1988; S. 11